Transfermarkt: Wird Roman Bürki der sechste Schweizer Bundesliga-Keeper?

Schon im Sommer, als Trainer Thomas Tuchel den Konkurrenzkampf für völlig offen erklärte, wurde deutlich, dass der 1. FSV Mainz 05 kein allzu großes Vertrauen mehr in die beiden erfahrenen Torhüter Heinz Müller und Christian Wetklo mehr setzt. Wetklo, der als Stammkepper des letzten Jahres gegen Müller das Nachsehen hatte, ist mittlerweile völlig außen vor, nachdem er vor kurzem Trainer Tuchel empfahl, lieber Amateurtorhüter Christian Mathenia als Reservekeeper auf die Bank zu setzen. Während bei Wetklo im Winter ein vorzeitiger Abschied nicht auszuschließen ist, wird Müller nach überstandener Verletzung dann wieder angreifen.

Dass der 35-Jährige dann Loris Karius wieder aus dem Tor verdrängen wird, ist allerdings mehr als fraglich, hat der Youngster doch bislang sehr solide bis gute Leistungen gezeigt. Eine Garantie dafür, nun auf Jahre hinaus die Nummer eins zu sein, gibt es für Karius indes nicht. Vielmehr hat Mainz Medienberichten zufolge Interesse an der Verpflichtung von Roman Bürki vom Grasshopper Club Zürich, der in seinem noch bis 2016 laufenden Vertrag beim Schweizer Spitzenklub eine Ausstiegsklausel haben soll, die ihm dem Vernehmen nach einen Wechsel für 2,5 Millionen Euro erlaubt. Und weil sich die Grasshoppers schon nach einem Nachfolger umsehen und dabei ein Auge auf den Kroaten Vaso Vasic vom FC Schaffhausen geworfen haben sollen, darf man davon ausgehen, dass der 23 Jahre alte Bürki seine Zelte in Zürich im Sommer abbricht.

Sollte es zum Wechsel nach Mainz kommen, wäre Bürki der sechste Schweizer Torhüter in der deutschen Bundesliga. Die bisherige Bilanz der eidgenössischen Schlussleute in Deutschland fällt indes durchwachsen aus. So war Pascal Zuberbühler in der Schweiz jahrelang ein herausragender Torhüter, ist bei Bayer Leverkusen aber mehr als Pannenkeeper in Erinnerung geblieben. In seinen 13 Spielen für die Werkself 2000/01 konnte Zuberbühler jedenfalls ebenso wenig einen bleibend positiven Eindruck hinterlassen wie Andreas Hilfiker, der 1998/99 in der Abstiegssaison des 1. FC Nürnberg 17-mal für den Club auflief. Jörg Stiel schaffte es zwischen 2001 und 2004 immerhin zum Publikumsliebling bei Borussia Mönchengladbach, war sportlich aber nicht immer unumstritten. Erst noch dauerhaft beweisen muss sich Marwin Hitz, der nach seinem Wechsel vom VfL Wolfsburg zum FC Augsburg mit etwas Anlaufzeit den Sprung zum Stammkeeper geschafft hat.

Diego Benalgio - Torwart bei Wolfsburg
Diego Benalgio glänzt als Torwart bei Wolfsburg

Über einen längeren Zeitraum hinweg mit starken Leistungen glänzte von den Schweizer Torhütern in Deutschland bislang nur Diego Benaglio, der nach einer Lehrzeit ohne Einsatz beim VfB Stuttgart schon jahrelang eine feste Größe beim VfL Wolfsburg ist und seinen Anteil am Gewinn der überraschenden Meisterschaft im Jahr 2009 hatte.

 

Foto: Christophe95 / Wikimedia

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